Also die EU verbietet nun die gute alte Glühlampe … stufenweise. Na gut – CO2 und so – schon klar – bin ja Eisbärenfreund. Die neuen Energiesparlampen darf man aber nicht mehr in den Hausmüll schmeissen -die enthalten ja Quecksilber (Gift!). Also denkt der vorbildliche Hausmann, die kaputte Lampe kann ich dann ja wohl zum Kaufmann zurückbringen – so wie das bei Batterien der Fall ist. Doch Pustekuchen – die Händler sind nicht zur Rücknahme verpflichtet – und mein Elektrogrossmarkt in Gehreichweite hat auch keine Annahmestelle.
Also ganz vorbildlich Beratung bei der Müllentsorgung geholt. Fazit: Es gibt eine kostenlose Rücknahme beim Recycling-Hof … WOW da kann ich meinen Spät-Nachmittag verplanen – durch die halbe Stadt fahren, um eine kaputte Lampe ordnungsgemäss zu entsorgen. Kein Wunder, dass die meisten quecksilberhaltigen Energiesparlampen in Deutschland im Hausmüll landen – soviel zum Umweltschutz.
Man könnte jetzt politischen Druck aufbauen – aber selbst ist der Mann. Also neben der Altpapierkiste, dem Gelben-Punkt-Sack, der Kiste für Altglas und Pfandflaschen (Glas und Plastik getrennt) planen wir eine neue Kiste für den Elktroschrott ein. Ich hoffe dieser wachsende Platzbedarf wird bei der Planung neuer Wohnungen grosszügig bedacht … bis dahin improvisieren wir mal.
Also, ich nenne so etwas schlicht und einfach “Dezentralisierung”
Das ist sowieso der neue Trend. Dezentralisierung und Kostenverlagerung zum Kunden hin.
Bei der Energieversorgung finde ich das eine echt gute Sache: Blockheizkraftwerke zu Hause oder geteilt mit mehreren Nachbarn sind eine gute Sache. Oder Windräder (wenn die Energie denn auch in der näheren Umgebung verbraucht wird).
Schaut man aber an anderer Stelle genauer hin, fällt leicht auf:
Upps, hier muss ich plötzlich Arbeit selbst erledigen, die mir vor ein paar Jahren jemand abgenommen hatte. Möbel selbst zusammenschrauben oder mir morgens meine Brötchen selbst aus dem Regal nehmen. Das Web 2.0-Prinzip, AAL (Andere Arbeiten lassen) ist also mittlerweile auch im täglichen real-life Leben angekommen. Gut, die Produkte werden dadurch manchmal billiger, das freut zuerst einmal. An anderer Stelle zahlt man klammheimlich drauf. Beim guten, alten Analog-Anschluss (Telefon) kam die Energieversorgung vom Telekommunikationsanbieter. Bei modernen Anschlüssen zahlt man die Energie selbst. Will man bei Stromausfall telefonieren, so braucht man nur eine USV zu kaufen und täglich 24 Stunden ebenfalls an die Steckdose angeschlossen lassen
Da wundert’s auch nicht dass man selbst zu Hause immer mehr Müll zwischenlagern soll…