Bürgergeld – so funktioniert’s

Erst heute entdeckt … das Erklärvideo zum Bürgergeld – eine Alternative zu HartzIV.

Diesen Clip hatte die FDP schon bereits im Wahlkampf im Netz – so sieht für mich gelungene Wahlwerbung im Internet aus. Inhalte statt plattes Marketing! So ein Video ist perfekt, um danach in die Diskussion zu gehen.

Auf den ersten Blick halte ich das Bürgergeld für eine interessante Idee. Meine spontanen Fragen dazu …

  • Wie muss das in der Praxis aussehen, damit es nicht so ein Desaster wie HartzIV wird?
  • Weiss jemand was der Unterschied zum Konzept des Grundeinkommens ist?

3 Kommentare

  1. th0mas

    Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens ist eher, dass niemand bei Null anfängt, während das Bürgergeld wohl eher dazu dient, die Gesellschaft die Dumpinglöhne einiger Unternehmem zu subventionieren. Das was hier als niedlicher Blumenladen dargestellt wird, ist in der Realität nämlich eher ein Multimilliarden Euro Konzern, der seinen Aktionären brav hohe Dividenden verspricht. Die Frau im Blumenladen ist dann eher die Person, die das wiederum durch ihre Arbeit finanziert. Sinnigerweise wird dann alles auch auf eine Schraube beschränkt, die man einheitlich runterdrehen kann. Man muss sich dafür dann nicht mehr einzeln mit Arbeitslosengeld, Hartz IV, diversen Renten etc. beschäftigen, sondern kann ganz zentral den Hebel auf “weniger” stellen wann immer man sparen muss.

  2. admin

    Klar die Finanzierung von Dumpinglöhne sind eine Gefahr bei diesem Konzept. Wie bei fast jeder Idee kann man diese so implementieren, dass man Dinge zum Schlechteren wendet. Doch die Idee mit dem Anreiz – wer was macht – hat am Ende mehr – halte ich für gut.

    Ich frag mich auch, ob sowas für Selbständige und Freihe dann gehen würde. Wenn ich mir heute das Drama bei vielen Kreativen anschauen, die ständig zwischen HartzIV und Projekt pendeln, ist das ja auch ein Bürokratiewahnsinn. Dann doch lieber ein dynamisches System, wo es einen Grundstock gibt – mit dem man kalkulieren kann – und wenns gut läuft kann man seinen “Wohlstand” finanzieren. Aber wahrscheinlich gibts da in der Praxis auch tausend Detailprobleme.

    Jedenfalls finde ich das Video gut, weil es eine Idee schnell und übersichtlich kommuniziert. Eine gute Grundlage, um über die Idee dann zu diskutieren. Dass man – egal wie gut ein Video ist – sein Gehirn einschalten muss ist klar.

  3. th0mas

    Klar, am Ende ist es immer eine Frage der Details. Hartz IV hatte in der Hinsicht ja bereits gewaltige Vorteile, weil alle Leistungen aus eine Hand kommen. Die Idee an sich ist für sich spannend und insofern realistisch, als dass sie vom Märchen der Vollbeschäftigung runterkommt. Eigentlich wäre das eine eher progressive, sozialliberale Forderung, die, würde sie nicht so tief in den Ärschen der Gewerkschaften stecken, von der SPD auf den Tisch gebracht werden könnte. Oder vielleicht von den Grünen. Halt von jemandem, der nicht die Partei der Besserverdienden sein möchte (okay, streichen wir die Grünen wieder…)
    Letztenendes kann man auch am bisherigen System weiterschrauben, bis die gleichen Kürzungen herauskommen. Insofern würde ich die Idee als solche nicht vom Tisch wischen nur weil sie die falschen Eltern hat. Füttern und erziehen sollte sie allerdings jemand, der nicht die Krätze kriegt und an Lenin denkt, wenn er das Wort “sozial” hört, und in eine Richtung arbeitet, aus der man in den USA gerade krampfhaft herauskommen möchte.