Nun geht die Impfwelle gegen die Schweinegrippe bald los.
Im Der Focus-Online Artikel “Ein Sprung ins kalte Wasser” heisst es …
Das fertige Impfpräparat enthält neben den Viruspartikeln auch noch ein sogenanntes „Adjuvans“ – einen Hilfsstoff, der die Immunreaktion des Körpers verstärken soll. Alle zugelassenen Impfstoffe profitierten von beschleunigten Zulassungsverfahren der EU. Normalerweise dauern diese 18 bis 24 Monate. Seit der WHO-Einstufung der Schweinegrippe als weltweite Epidemie (Pandemie) am 11. Juni sind gerade einmal vier Monate vergangen [...]
Ein Restrisiko durch unbekannte Nebenwirkungen bleibe bei jedem Medikament. „Das ist kein Massenexperiment, aber es gibt auch keine Alternative“, sagt Schaefer. Begleitende Beobachtungsstudien sollen das Restrisiko geringhalten.
Wenn es kein Experiment ist, warum gibt es dann eine Begleitstudie dazu?!?
Und dann muss man mal diese Nachricht auf sich wirken lassen: “Kritik an Zweiklassenmedizin bei Schweinegrippen-Impfung”
Die Bundesregierung und hohe Bundesbeamte sollen mit einem anderen Serum gegen Schweinegrippe geimpft werden als der Rest der Bevölkerung, was am Wochenende scharfe Kritik auslöste.[...]
Das Serum für die Bundesbeamten, der Impfstoff Celvapan des Herstellers Baxter, enthält keine Wirkverstärker – so genannte Adjuvanzien – und gilt deshalb allgemein als verträglicher.
Tja … mein Vertrauen in die Impfung ist nun endgültig zerstört … und meine Angst vor der Schweinegrippe hält sich in Grenzen.
Hat man nicht bei allen größeren Projekten inzwischen eine Wolke von Begleitstudien, um im Nachhinein die Kosten zu rechtfertigen bzw. Verschwendungen zu vermeiden? Oder einfach nur allgemeine Hysterie zu bremsen?
Davon abgesehen ist klar, dass die SPD sich langsam mit ihrer zukünftigen Oppositionsrolle abfinden muss und entsprechend möglichst alles schlechtreden muss, was passiert. Das ist ja auch für die nächsten 16 Jahre ihre verdammte Aufgabe. Aufgabe der Medien wäre hingegen, zu recherchieren und vielleicht auch das Ergebnis ihrer Recherche bei der Wahl der Überschriften zu berücksichtigen.
Der “Beamtenimpfstoff” wurde einfach zu einem frühreren Zeitpunkt bestellt, weil ein Staat natürlich zunächst mal drauf achten muss, dass er sich selbst weiterhin organisieren kann, während eine Schweinegrippewelle durch die Lande brandet. Die Entscheidung über die weit größere Bestellung für die Massenimpfung hat naturgemäß länger gedauert und wurde unter anderen Gesichtspunkten getroffen.
Was das Vertrauen in irgendwas anbetrifft, ist das gute, dass die Schweinegrippe verhältnismäßig harmlos ist, aber eine wunderbare Generalprobe darstellt, falls wirklich mal was brennt. Und natürlich weiß man, wie der Beißreflex der Presse funktioniert, und hinter welchen harmlosen Skandälchen und Verschwörungstheorien man seine dunklen Geheimnisse bei Bedarf eine Weile verstecken kann.
Ich glaube bei anderen Aktionen nennt sich die Auswertung “Evaluierung” – eine “Begleitstudie” ist da schon ne Ecke mehr.
Und keine Angst … wir werden jetzt wohl jedes Jahr Impfstoffe einkaufen – die Generalprobe hat also geklappt. Manchmal frage ich mich, wie wir die letzten Jahrzenhnte diese Bedrohung überhaupt überlebt haben.
Und im nächsten Jahr wissen wir dann auch, welche „Adjuvans“ die geringsten Nebenwirkungen haben. Ich jedenfalls warte dieses Jahr gerne, bis der Massen-Beta-Test der Pharma durch ist.
Bei der Tagesschau (die ja nicht ganz so staatstragend ist wie das ZDF) sieht die Aussage von Karl Lauterbach auch noch mal ganz anders aus und er ist noch nicht in die pawlowsche Oppositionshaltung gewechselt. Da hat sich glaubich jemand bei AFP etwas selbstgebaut. Qualitätsjournalismus halt. Eine Quelle, die man sich merken sollte. Nur halt nicht, um sie zu benutzen.
Am faszinierensten ist doch, dass der ganze Unsinn von den gleichen Menschen ausgelöst wurde, von denen er jetzt kritisiert wird – von einem Haufen Medienleuten und selbsternannten Experten. Erst wird der Bevölkerung der Floh ins Ohr gesetzt, dass eine Impfung notwendig ist, dann wird die Panik wegen der Sicherheit der Impfung geschürt. Am Ende werden die Informationskanäle für die wirklichen Meldungen verstopft.
Im übrigen bestätigt sich auch das Gesetz der Informationsselbstkompostierung: Hat eine Meldung nach 24 Stunden keinen informierenden Charakter mehr, war es nie eine Meldung. Das meiste fängt bereits früher an zu stinken.
Außer einem nuklearen Angriff oder einer unerwarteten Minitournee von David Bowie fällt mir auch wenig ein, von dem ich früher informiert sein müsste.
Jetzt wo es auch von der Kanzlerin heisst, sie wird sich mit dem Jedermann-Impfstoff impfen lassen, ist ja auch wieder alles Roger im Land. Ob dieses aber auch vor der Presse-Aufregung so gewesen wäre bleibt fraglich.
Vor der Pressehysterie wäre es einfach nur als so scheißegal behandelt worden, wie es tatsächlich ist (falls sie nicht gerade schwanger ist).