Wäre der folgende Herr names Lord Monckton im YouTube-Video nicht ehemaliger Berater von Margaret Thatcher gewesen und hätte der Vortrag nicht an einer Universität (Bethel University in St. Paul, Minnesota) stattgefunden …. sondern in irgendeinem schmierigen Gasthof – könnte man dessen Inhalt wohl getrost ignorieren. Doch die Online-Kolumne des Wall Street Journals nimmt seine Bedenken ernst, denn er hat die Vertragsvorlagen für den kommenden Weltklimagipfel in Kopenhagen gelesen. Der WomBlog titelt in seiner deutschen Besprechung des Videos:
Wird in Kopenhagen die Gründung einer Weltregierung beschlossen?
Der Mann hört sich bestimmt selber gerne reden – ohne Frage. Und er spielt den Amerikanern den Ball zu, welche bereits das Klimaschutzprotokoll von Kyoto nicht unterzeichnen wollten. Doch geht es wirklich nur um CO2-Grenzwerte auf dem kommenden Weltklimagipfel in Kopenhagen? Was steht wirklich im dem Vertrag, welcher in der Tagesschau mit “Völkerrechtlich bindener Pakt” beschrieben wird?
Das Wall Street Journal zitiert aus der original Vertragsvorlage (PDF) – welche auf der UN-Webseite des Klimagipfels offiziell einzusehen ist:
The “scheme for the new institutional arrangement under the Convention” that starts on page 18 contains the provision for a “government.” The aim is to give a new as yet unnamed U.N. body the power to directly intervene in the financial, economic, tax and environmental affairs of all the nations that sign the Copenhagen treaty.
Dass es dieses Vorhaben gibt – wovon der Herr im Video spricht, steht also ausser Frage. Seine Interpretation muss man nicht teilen. Fest steht aber: Es geht um deutlich mehr als nur CO2-Grenzwerte in Kopenhagen. Und dass hier die Amerikaner zögerlich sind, ist verständlich.
Die aktuellen Nachrichten halten ja bereits eine Einigung in Kopenhagen für unwahrscheinlich. Keine Ahnung – ob ich mich da jetzt freuen soll oder nicht. Es wird mal wieder deutlich, wie komplex Welt-Politik ist und wie schlecht man informiert ist. Von der Tagesschau erwarte ich eher Informationen über die aktuellen Verhandlungspunkte und Kommentare zu genau solchen Vertragsvorlagen, als eine fast schon soaphafte Reportage über Plastiktüten in spanischen Supermärkten. Oder sollte uns hier beispielhaft gezeigt werden, wie eine Weltregierung in Zukunft praktisch unseren Alltag bestimmen könnte?
Letztlich werden wir uns wohl dran gewöhnen müssen, dass globale Probleme wie Umwelt und Finanzen auch eine Lösung auf globaler Ebene benötigen. Doch bitte ein kleiner Schritt nach dem nächsten – es ging hier doch um das Klima – eine Weltregierung muss es ja nicht gleich sein.
So und jetzt noch eine Folge Pinky und Brain auf YouTube.
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