Finanzkrise – Jetzt versteht’s jeder!

WOW … also diese 10 Minuten grafische Animation lohnen sich definitiv! So anschaulich, knapp und konkret habe ich die Finanzkrise noch nie erklärt gesehen. Leider nur auf Englisch – doch viele Animationen sind selbsterklärend.


The Crisis of Credit Visualized from Jonathan Jarvis on Vimeo.

Mal wieder eine Perle im Internet :)

PBS: Inside the Meltdown

Passend zum “Schwarzen Freitag” heute an der deutschen Börse:

PBS (quasi das öffentlich-rechtliche Fersehen in den USA) hat nochmal den Anfang der Finanzkrise in einer Dokumentation übersichtlich zusammengefasst …

PBS: Inside the Meltdown (ca. 53 Minuten – englisch)

Island, Europa und Staatsbankrott

Die Radiosendung “Der Tag” auf HR 2 stellt sich die Frage:

Pleiteinsel Island – Insolvenzmodell für Europa?

Was passiert eigentlich, wenn ein Land Bankrott geht? Genau das ist in Island jetzt geschehen. Das Volk rebelliert, die inkompetenten Politiker, die das zugelassen haben, treten zurück und der Internationale Währungfonds wird treuhänderisch die Geschäfte der Insel verwalten. Soweit, so exotisch. Aber, was in Island passierte, könnte morgen auch Großbritanien und andere EU-Länder treffen. Wird Europa islandisiert?

Nur zu empfehlen! Gibt einen guten Überblick zur Lage.
Desweiteren wird auch auf die Kultur in Island eingegangen …
Björk, Elfen, Trolle :)

Hier die Sendung als Download (17 MB, MP3).

Böse Bank – Gute Bank

In den Medien liest man jetzt von der Idee einer “Bad Bank” … also eine Staatsbank, die den anderen Banken auf Steuerzahlerkosten die schlechten Wertpapiere abnimmt.

Hier eine Video-Erklärung zu “Bad Bank” und “Bad Bank light” aus dem ARD-Morgenmagazin.

Mein Senf zu der Sache: Wenn der Staat eine solche “Böse-Bank” aufmacht, dann sollte er gleichzeitig auch eine “Gute-Bank” aufmachen. Die bekommt dann – im Fall eines Staats-Bankrotts – die Kredite der Banken geschenkt, welche wir als Steuerzahler eh nicht mehr zahlen können. Das wäre doch nur fair, oder?

Nochmal zum Hintergrund: Die Bundesbank gehört nicht dem Staat! Ganauso wie die Europäische Zentralbank nicht der EU gehört. Wenn im Worst-Case die Konjunktur nicht anspringt und die Rezession länger dauert als gedacht, dann hat die Politik keine Möglichkeit sich per Beschluss zu entschulden oder eine neue Währung zu machen. Jetzt wo die Finanzwirtschaft merkt, dass sie den Staat braucht, sollte der Staat auch seine Position gegenüber der Finanzwirtschaft für die Zukunft stärken, damit im Fall der Fälle auch die Banken dem Staat helfen – wenn es nötig ist.

Das der Fall eines Staats-Bankrotts nicht undenkbar ist, berichtet selbst das ARD-Börsenmagazin (Video).

Gute Jobaussichten

Falls das mit meiner ganzen Selbstständigkeit nicht klappt, sieht der Backup-Plan eines Angestelltenverhältnisses als Java-Entwickler gar nicht so schlecht aus.

heise.de berichtet im Artikel “Experten für Java und C#/.Net langfristig gefragt“, dass es über die letzten Jahre im Schnitt immer rund 250 offenen Stellen pro Quartal gegeben hat. Wenn ich jetzt noch eine Analyse nach Region erhalten könnte, wäre ich wunschlos glücklich.

“Ich liebe es wenn ein Backup-Plan funktioniert.”
- frei nach Colonel John „Hannibal“ Smith

Weihnachts-Süssigkeiten als Regionalwährung

Also ich bin aus den Weihnachtstagen mit einem grossen Beutel von Schokolade, Marzipan und anderen Süssigkeiten gegangen. Wenn ich das alles essen sollen, wäre mir wohl schlecht … oder ich kaue bis Ostern an den Sachen.

Eine gute Idee für diesen Vorrat kam mir eben an der Tür. Für eine Nachbarin haben wir in der WG ein Paket entgegen genommen. Als ich es ihr heute aushändigte gab sie mir als Dankeschön eine Tafel Schokolade. Die Geste hat mich gefreut :)

Weihnachts-Süssigkeiten lassen sich also als Solidarwährung wieder verwenden – quasi eine Art Regionalgeld ;)
Und wenn die Zeiten ganz hart werden, hat man noch was zum knabbern.

Auf ein gutes 2009!

You shoulda be shopping!

Die Tagesthemen dokumentieren die Verwirrung um die Wirtschaftsprognosen …

Konjunktur-Prognosen: Bundesregierung hält an Wachstumsprognose für 2009 fest

Wenn schon die Experten am Zweifeln sind und wir Orakel befragen … vielleicht gibt uns das Internet ja ein paar Hinweise. Hier eine interessante Entdeckung zur Herzschlagmessung der Globalisierung: der BDI

Der Baltic Dry Index (BDI) wird von der Baltic Exchange in London veröffentlicht und ist ein wichtiger Preisindex für das weltweite Verschiffen von Hauptfrachtgütern (hauptsächlich Kohle, Eisenerz und Getreide) auf Standardrouten.

BDI Index down

Nach meinen Recherchen ist der BDI seit Anfang November auf diesem niedrigen Stand und hat sich dort eingependelt. Die Transportschiffe fahren also noch … und versorgen uns mit den Gütern aus aller Welt … aber der Bedarf scheint deutlich gesunken.

Aber wenn wir weiter kräftig Einkaufen, dann steigt der Bedarf auch wieder … daher “You shoulda be shopping!” – Geld zu leihen war auch selten so günstig ;)

Staatsverschuldung mal hochgerechnet

Also ich konnte ja nicht widerstehen und habe mal unseren bisherigen Staatsverschuldungstrend ein paar Jahre in die Zukunft gerechnet … also wenn wir alleine so weiter machen wie bisher – ohne Finanzkrise, dann haben wir in 15 Jahren mehr als doppelt so viele Schulden wie jetzt: über 3.000 Milliarden EUR!

Puhhh! … und das ist die geschätzte Entwicklung ohne neuen Schulden für die Finanzkrise. Ich höre immer nur, dass es unverantwortlich sei, jetzt der drohenden Rezession nicht mit neuen Schulden entgegen zu arbeiten … aber wenn ich die bisherige Schuldenentwicklung sehe, dann denke ich … wie steil soll denn die Kurve noch werden?!? Und wer soll das mal irgendwann zurückzahlen?

Die kultivierende Kraft des Geldes

Um während der Finanzkrise auch mal ein paar gute Worte über “Das Geld” zu hören … nur zu empfehlen:

WDR 5 : Das philosophische Radio mit Norbert Bolz über die kultivierende Kraft des Geldes (MP3, ca. 40 min)

Die Chancen in der Krise

tagesschau.de: “Kaffeebauern aus Kolumbien wollen Starbucks kaufen

Stimmt … es war wohl selten einfacher/günstiger als jetzt die Kontrolle über Aktienunternehmen zu übernehmen. Interessante Perspektive – so kann die Krise auch Chancen bieten. Fairer Handel wäre bei Starbucks dann endlich wirklich garantiert :)

Inflation oder Deflation – was denn jetzt?

Das Spiel mit Deflation und Inflation … wir erinnern und an “Wie Geld funktioniert” Teil3 (YouTube).

Die USA bekämpfen aktuell die Krise mit Schulden und schaffen so eine Flut von Dollars, welche in die Märkte fliessen:

boerse.ard.de: Aggressive! Zinssenkung! Jetzt!

[...] Doch dieser Geldschwemme steht realwirtschaftlich nichts gegenüber. “Dass diese Geldpolitik auf lange Sicht, spätestens in fünf Jahren, eine Hyperinflation bewirken kann, steht außer Frage”, ist daher Unicredit-Anleihen-Stratege Kornelius Purps überzeugt. Und Fairesearch-Chefökonom Eberhardt Unger warnt im Gespräch mit boerse.ARD.de (lesen Sie dazu unser Interview): “Damit wird der Keim für die nächste Krise gelegt.”

boerse.ard.de: Fed legt Keim für nächste Krise

[...]Jetzt versuchen wir also die Verschuldung mit einer noch massiveren Verschuldung zu bekämpfen. Das kann nicht gut gehen. Milton Friedman hat für seine Theorie, dass die Geldmenge nicht schneller wachsen dürfe als die Wertschöpfung in der Realwirtschaft, den Nobelpreis bekommen. Daran sollten sich die Notenbanker hin und wieder erinnern.

Was bedeutet diese Politik der Geldschwemme für den Dollar?

[..] Auch wenn der Euro im Moment recht stabil bei 1,26 Dollar liegt: Sollten Japaner und Chinesen in Zukunft nur etwas weniger Dollar als zurzeit kaufen, dann hätten wir die nächste Krise ins Haus stehen: Die nächste Krise wird eine Währungskrise sein, eine Dollar-Krise.

Wow … und wir haben in Deutschland gerade Angst vor einer Defaltion?!?

boerse.ard.de: Wehe, wenn die Deflation kommt

An den Märkten geht ein neues Gespenst um. Nach dem Inflations- treibt nun der Deflationsgeist sein Unwesen. Doch warum ist eine Deflation eigentlich so gefährlich für die Wirtschaft?

[...] Eine Deflation ist nicht nur Wirtschaftswissenschaftlern ein Gräuel, denn sie gibt den Konsumenten einen starken Anreiz, ihr Geld zu horten. Schließlich wird das Guthaben auf der Bank von Monat zu Monat mehr wert. Es lohnt sich, Käufe aufzuschieben, weil morgen alles ja noch billiger ist.

[...] All das lähmt die Wirtschaft massiv. Hat sich die Deflation erst einmal eingenistet, sind steigende Arbeitslosigkeit und Pleitewellen bei den Firmen nicht zu vermeiden.

Wenn wir also die Deflation – die Krisenlähmung – verhindern wollen, muss der Staat anfangen uns zum Geldausgeben zu bringen – d.h. er nimmt Schulden auf und pumpt Geld in den Markt – wie die USA.

Doch das Pendel wird zwangsläufig zurückschlagen und dann folgt die Inflation … oder sogar eine Hyper-Inflation, eine neue Krise.

Hmmmm … klingt wie die Wahl zwischen Pest und Cholera. Mal sehen wie lange die Kanzlerin der Angst vor der Deflation stand hält.

Island setzt Pfefferspray gegen Demonstranten ein

Nachdem die Regierung Islands den Bankrott erklären musste, ist die Bevölkerung aufgebracht. Es gibt mehr und mehr Demonstrationen. Jetzt wurde das erste mal Pfefferspray eingesetzt:

Aus der Frankfurter Rundschau:
Der Zorn wächst. Am Samstag setzte die Polizei erstmals Pfefferspray gegen aufgebrachte Demonstranten ein. “Wie die DDR vor dem Fall der Mauer”, meint Gudmundsson, der Dichter, einer der führenden Köpfe des Aufruhrs. “Das politische System hat alle Glaubwürdigkeit verloren.”

Nur um den Blick ins europäische Ausland nicht zu verliehren.

Für Deutschland hingegen – da muss ich der Kanzlerin und vorallem Herrn Steinbrück mal ein dickes Lob aussprechen. Respekt für den harten Kurs gegen waghalsige Konjunkturprogramme!

Aber die Kanzlerin hat auch gesagt, dass “2009 ein hartes Jahr wird” und “Deutschland sei aber stark”. Da macht es doch mal Sinn in ihren Podcast zu schaun, zum Thema “Innere Sicherheit”:

Dem Lob für die deutschen Polizisten kann ich nur beipflichten. “Friedliche Demonstrationen” scheinen in Deutschland – wie Castor zeigt – möglich. Das Motto “Wer friedlich bleibt, wird friedlich behandelt” halte ich für eine sehr gute innere Politik.

Aber was war da zur Videoüberwachung? Die Kameras der LKW-Maut-Brücken sollen zur Videoüberwachung eingesetzt werden? Es wurde uns doch versprochen, dass dies nicht der Fall sein wird. Die Polizei (wohl das BKA) wollte sich raushalten aus der Technik.

Und was kommt als nächstes? Die Videoüberwachung aller Strassen in Deutschland? Die Kameras stehen ja schon – wie der Deutschlandfunk berichtet:

Bei Rot bitte lächeln: Verkehrskameras an Ampeln können auch zur Überwachung eingesetzt werden.
Artikel I MP3

Tja Leute … der Nackt-Auto-Corso macht immer mehr Sinn: Dann haben die Leute hinter den Kameras auch mal was zu gucken :)

Was ist der Euro noch in 35 Jahren wert?

Ich hatte ja schon angekündigt, dass das Thema Altersvorsorge so langsam auf meiner Liste steht. Heute mit einer praktischen Frage:

Was ist 1 Euro eigentlich in ca. 35 Jahren wert?

Wenn mir also ein Vertreter sagt, oh … sie haben später mindestens 1500 EUR im Monat für ihr Alter. Welche Kaufkraft hat der Euro dann noch?

Anhaltspunkt ist hier die Inflation. Die lag bisher immer so zwischen 0,5% und 2,5%. Dieses Jahr sind es 2,8%. Gehen wir bei dem vielen Geld was gerade in die Märkte gepumpt wird für unsere Überlegungen von einer durchschnittlichen Inflation von 2% pro Jahr über die nächsten 35 Jahre aus.

Also rechnen wir mal …

Nach 1 Jahr: 1 EUR * 102% = 1 EUR * 1,02 = 1,02 EUR
Nach 2 Jahren: (1,02)^2 EUR = 1,0404 EUR
.....
Nach x Jahren: (1,02)^x EUR
.....
Nach 35 Jahren: (1,02)^35 EUR = 1,9999 EUR

In 35 Jahren müsste man also ca. 2 EUR auf die Theke legen, um die Waren zu bekommen, welche heute 1 EUR kosten.

Damit würde 1 EUR in 35 Jahren nur noch die Hälfte wert sein.

Wenn ein Vertreter mir fürs Alter also 1500 EUR im Monat an Vorsorge verspricht, dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass dieses Geld in Wirklichkeit dann nur noch die Hälfte = 750 EUR wert ist.

Das nenne ich mal ein praktisches Mathebeispiel ;)

Krise am Scheideweg

Der Artikel “Pump up my country!” auf boerse.ard.de zeigt sehr gut auf, dass wir momentan an einem Scheideweg bei dieser ganzen Finanz/Wirtschaftskrise stehen:

Zwei Wege aus der Krise

Um diese Krise zu bewältigen, gibt es zwei Wege. Der eine ist der unbequeme, steinigere, der andere ist der bequeme, gerade.

Der steinige nennt sich Gesundschrumpfung, ist schmerzvoll und langwierig. Aber er führt mit absoluter Sicherheit aus der Kreditkrise, weil er angeschlagene Branchen und Banken nicht mit Milliardenkrediten vor dem Untergang rettet, sondern eine Rezession oder sogar eine Depression in Kauf nimmt, um die von hohen Wachstumsraten aufgeblähte Wirtschaft auf ihr gesundes Maß zurückzuführen.

Der andere Weg ist der, den nicht nur die Regierung der USA, sondern auch alle anderen, einigermaßen wichtigen Industrie- und Schwellenländer gehen wollen. Sie pumpen Milliarden in ihre angeschlagenen Industrien, denen plötzlich die Absatzmärkte wegbröckeln.

Da aber der erste Weg unschöne Massenentlassungen und das Schrumpfen ganzer Industrien zur Folge hat, geht man lieber den bequemen Weg: Der Staat nimmt weiter riesige Schulden auf und federt den Fall der Industrie ab, wo am lautesten geschrien wird – die USA machen es vor.

Schulden machen wäre ja vielleicht noch eine Strategie, wenn man genau wüsste, wo man das Geld investieren muss, damit der Motor der Wirtschaft wieder anspringt. Doch wer weiss das so genau? Mit Rückblick auf die Geschichte ist die Wahrscheinlichkeit doch viel höher, dass das Geld fehlinvestiert wird und versackert. Und dann steht man mit noch mehr Schulden da.

Aber vielleicht denke ich da zu konservativ. Vielleicht sollten wir das “Schuldenschieben” einfach zur Tradition werden lassen. Eigentlich sollten wir ja ‘heute’ bereits die Staatsschulden unserer Eltern begleichen. Doch wir machen es einfach wie sie: Wir schieben die Schulden weiter auf unsere Kinder ab und die schieben es auf Ihre und so weiter …

Offene Frage ans Publikum: Wann ist ein Staat eigentlich per Definition ‘bankrott’?

Achtung bei der Riesterrente

Wir werde ja alle nicht jünger … und sich ab 30 mal mit der Frage der Rente zu beschäftigen ist nicht verkehrt.

Da fällt einem doch die Riesterrente ein. Doch Vorsicht Frontal21 berichtet, dass dies zumeist ein gutes Geschäft für die Versicherungsgesellschaften ist, doch nicht für den Kunden. Bei der durchschnittlichen Lebenserwartung erhält man teilweise nicht einmal seine eingezahlten Beiträge zurück – geschweige denn die staatlichen Zuschüsse.

Als bessere Alternative werden die Pensionskassen angepriesen … hat hier jemand Erfahrungen?